Robert Schade aus Mainz hat Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik an der FH Darmstadt studiert. Nach acht Semestern schloss er sein Studium mit dem Diplom ab. Bevor er sich auf seine erste Stelle bewarb, ging der heute 25-Jährige zunächst gemeinsam mit seiner Freundin für ein Jahr ins Ausland. Inzwischen arbeitet Robert seit einem guten halben Jahr als Software-Entwickler in dem mittelständischen Unternehmen Eckelmann AG aus Wiesbaden mit circa 340 Beschäftigten.
Die Firma entwickelt nicht nur Software für Automatisierungssysteme im Maschinen- und Anlagenbau, sondern hat auch eine Produktionsabteilung, in der sie eigene Hardware herstellt. "Ich wollte nie Informatiker oder Programmierer werden, ich wusste nur, es sollte etwas mit Elektrotechnik sein", erklärt Robert Schade. "Meine Diplomarbeit habe ich über Robotik geschrieben, also über die Entwicklung von Robotern. Jetzt arbeite ich mit SPS-Systemen, das heißt also, mit speicherprogrammierbarer Steuerung, mit deren Hilfe komplexe Bewegungsabläufe von Maschinen automatisiert werden."
Robert war froh, dass die Wiesbadener Firma sich nach seiner Bewerbung so schnell für ihn entschieden hat, da sie nicht weit von seiner Heimat Darmstadt entfernt ist. Jetzt wohnt er in Mainz, wo er vorher bereits Leute kannte - und freut sich darüber, dass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben konnte. "Beworben habe ich mich aber in ganz Deutschland, doch ich wurde nur zu zwei Vorstellungsgesprächen eingeladen", schildert er seine Erfahrungen.
Die Antwort auf die Frage, ob er durch sein Studium gut auf den Job vorbereitet worden ist, fällt allerdings eher ernüchternd aus: "Man hat von allem was gehört, aber wenn man drin sitzt, ist es doch ganz anders. Am Anfang hatte ich einen kleinen Teststand, an dem ich probieren konnte, ob das, was ich programmiert hatte, auch wirklich funktioniert", erzählt der 25-Jährige aus seinem Arbeitsalltag.
Höhepunkt seines bisherigen Berufslebens war ein zweimonatiger Auslandsaufenthalt in Thailand. "Diesen Auftrag bekam ich nach 4 Monaten zugeteilt. Ich war einer der zwei Mitarbeiter, die dort hinreisen sollten", berichtet Robert, der diese Herausforderung gerne annahm. "Nach diesen zwei Monaten war auch meine Probezeit um, sodass ich jetzt einen unbefristeten Vertrag habe."
Unter 40 000 Euro Einstiegsgehalt im Jahr, legten ihm die FH Professoren ans Herz, sollte man sich als Diplom-Elektrotechniker nicht verkaufen. Und das hat Robert Schade, der sich jetzt mit seinem Gehalt eine Wohnung und ein eigenes Auto leisten kann, auch nicht getan. Luft nach oben bleibt außerdem, denn in seiner Firma stehem dem Absolventen einige Aufstiegschancen offen.
"Größtenteils macht der Job Spaß, aber mir wurde auch bewusst, dass ich wirkliche Verantwortung für meine Arbeit trage."
Artikel von Isabell Mittermeier, Allemeine Zeitung Mainz 09.11.2011