Automatisierung erhöht die Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Oberflächenbehandlung von Stahlrohren in der Stahlindustrie. Die Optimierung der Einhebezeiten und der Einhebereihenfolge übernimmt ein zentraler Rechner mit integrierter Rezepturverwaltung.

Rohrbeizanlagen

Wenn Rohre in die Wanne steigen...

HMI der Rohrbeizanlage (Anlagenübersicht Beckenstatus)
HMI der Rohrbeizanlage (Anlagenübersicht Beckenstatus)

... durchlaufen sie zahlreiche Schritte: Beizen in Schwefelsäure, Belegen der Rohre mit einer Zinkphosphatschicht (Phosphatieren bzw. Bondern), Neutralisieren, Fetten und Beseifen. Die chemische Vorbehandlung der Vorrohre dient der Vorbereitung für den Ziehprozess von nahtlosen Präzisionsrohren.

Die Automatisierung solcher Anlagen erhöht nicht nur die Produktivität, sondern auch die Qualität des Korrosionsschutzes und leistet nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag für die Arbeitsplatzsicherheit. Denn besonders beim Beizen sind Mitarbeiter speziellen Gefährdungen durch Chemikalien ausgesetzt.

Die Optimierung und Koordination der Einhebezeiten reduziert z.B. Qualitätsverluste durch den rasch einsetzenden Korrosionsprozess an der Luft - nach Aufhebung der Passivierung. Insgesamt führt die Automatisierung zu einem höheren Durchsatz, da die Behandlungsbecken optimal ausgelastet werden können.

Die Rezepte für das Rohrbeizen werden in Verbindung mit einer Bund-ID an die Beizensteuerung übergeben. Die Steuerung arbeitet den Auftrag anhand der übergebenen Rezepte autark ab.

Achtzehn Becken, eine Mission

Eckelmann hat für namhafte Kunden aus der Stahlindustrie eine vollautomatische Steuerung für Rohrbeizanlagen entwickelt. In der 40 m langen Anlage werden in 18 Becken Rohre behandelt.

Auf der Basis einer datenbankgestützten Rezepturverwaltung (20 bis 30 Rezepte) werden die optimalen Einhebezeiten berechnet und die Einhebereihenfolge (versetzte Einhebezeiten) geplant, was „Staus“ ausschließt.

Steuern und Sehen

HMI der Rohrbeizanlage (Anlagenübersicht /Detailstatus des Becken 11)
HMI der Rohrbeizanlage (Anlagenübersicht /Detailstatus des Becken 11)

Die Steuerung der Anlage wurde mit einer SIMATIC S7 400® von Siemens realisiert. Sie umfasst auch die Ansteuerung der Antriebstechnik für die Transportwagen. Für die Visualisierung der Beizanlage wurde SIMATIC WinCC® eingesetzt. Der Bediener kann den Prozess mithilfe von Animationen intuitiv in Echtzeit verfolgen.


Über eine Schnittstelle zu überlagerten Systemen können kontinuierlich Prozessdaten abgefragt werden und stehen der Qualitätssicherung zur Verfügung.

  • Vollautomatische Steuerung von Rohrbeizanlagen
  • Koordination und Optimierung der Einhebezeiten
  • Datenbankbasierte Rezepturverwaltung
  • Intuitive Prozessvisualsierung
Kontakt
Armin Seyffer

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