23 Uhr – in den Supermärkten brennt noch Licht. Abendliche Öffnungszeiten sind so selbstverständlich wie der Griff zur Tiefkühlpizza. Der Lebensmittelhandel ist mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 46 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr eine der energieintensivsten Branchen bundesweit*. Größter Stromfresser ist die Kühlung – mit einem Anteil von 41%. Während erste Märkte angesichts der Energiekrise zu kürzeren Öffnungszeiten tendieren, forscht das Wiesbadener Unternehmen Eckelmann, Spezialist für Kälte- und Gebäudeleittechnik, an energiesparenden Zukunftskonzepten und hat konkrete Lösungen definiert.
Wir sprachen mit Thomas Behr, Leiter Business Unit Kälte- und Gebäudeleittechnik, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist bei der Eckelmann AG.
Worauf kann der energiebewusste Verbraucher achten?
KundInnen sollten immer dann kritisch sein, wenn sie in der Kühlabteilung frieren – ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kältetechnik nicht auf Stand ist.
Wie sieht der Lebensmittelmarkt der Zukunft aus?
Vernetzt und digital – es gilt, Energie zu speichern und sie erst zur Verfügung zu stellen, wenn sie benötigt wird. Bedarfsorientiert werden Sollwerte verschoben, um die Leistung an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Dabei liefern PV-Anlagen ihren Energieüberschuss und Kälteanlagen heizen durch ihre Restwärme den Betonkern von Gebäuden.
Der digitale Lebensmittelmarkt der Zukunft erinnert Betreiber frühzeitig und vorausschauend an Wartungs- und Serviceintervalle. Entscheidender Vorteil sind KI-gestützte Diagnosen, die kurzfristiges Eingreifen ermöglichen. Eine Lösung ist das automatisierte und damit intelligente, webbasierte Alarm- und Störmeldemanagement. Automatisierte Temperaturprotokolle erfassen geräte- und marktübergreifend Daten und ermöglichen schnelle Reaktionen bei Abweichungen.
Wie gelingt es, durch Digitalisierung und Automatisierung Energietransparenz zu schaffen und Einsparpotenziale zu heben?
Eckelmann bietet intelligente, leistungsfähige Werkzeuge, um Mitarbeitende effektiv von Routineaufgaben zu entlasten. Damit geben automatisierte, digitale Lösungen Antworten auf die wachsenden Aufgabenstellungen der Energiewirtschaft.
Mit dem VCC 500 bieten wir eine leistungsstarke Lösung zur präzisen Temperaturregelung im Kühlmöbel und Kühlraum. Ein besonderes Highlight ist die frei konfigurierbare Nutzung der Regelungsfunktionen des VCC 500: Präzision und Intelligenz für individuelle Anwendungen und flexible Systemkombinationen.
Immer im Fokus: Stromverbrauch, Langlebigkeit und CO₂-Bilanz. Die Produkte der Linie Virtus Line schaffen ein wirtschaftlich attraktives System, das Langlebigkeit und effiziente Regelfunktionen vereint. Sie umfasst Hard- und Software zur Automatisierung von Kälteanlagen, Kühlmöbeln und Kühlräumen. Unter der Produktlinie „Virtus Line“ finden sich die Produktreihen Virtus Pro, Virtus Caelum und Virtus Tectum Grid.
Darüber hinaus erleichtert die strategische Investition in präventive HACCP den lückenlosen Nachweis der ununterbrochenen Kühlkette und damit die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Das übergeordnete Ziel: Durch verständliches Schieben der Sollwerte und ohne unnötige Komplexitäten den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren.
Welche Lösungen aus dem Eckelmann-Portfolio sind dafür ideal?
Zuverlässige Regelsysteme helfen, Betriebskosten zu senken, Anlagen nachhaltig zu betreiben und ermöglichen es, dauerhaft flexibel auf neue gesetzliche Vorgaben zu reagieren.
Mit den zukunftsweisende Integrationsfunktionen unseres Managementsystems Virtus Caelum werden alle relevanten Informationen kundenindividuell, übersichtlich und transparent visualisiert: von aktuellen Temperatur- und Statuswerten über Hersteller- und Firmwaredaten bis hin zu Alarmen, Zeitreihen und HACCP-Dokumentationen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zu investieren?
Der richtige Zeitpunkt ist jetzt! Während der Verbraucher sich auf die Sommersaison mit Eisgenuss, Grillgut, Feinkostsalat und Kräuterbaguette freut, haben wir bereits das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels im Blick, in dem der Großteil des Jahresumsatzes verdient wird.
Hohe Begehungszahlen und hohe Warenumsätze führen zu viel Öffnungszeiten der Türen, die Beheizung des Marktes arbeitet hier gegen die Kälteanlage. In der Kombination von Gebäude- und Kältetechnik aus einer Hand vermeiden Eckelmann Regler unnötige Energieverbrauch – sie beurteilen sowohl Last der Kälteanlagen als auch Heizanforderung. Spätestens zum Hauptgeschäft sollten alle Optimierungen abgeschlossen sein.
Zusammenfassend: Was muss der Einzelhandel tun, um den Energieverbrauch in Lebensmittelmärkten spürbar zu senken? Und was sind die strategischen Zukunftsprojekte?
Wir sind Partner von Lebensmitteleinzelhandel und Kältefirmen, wenn es gilt, energetisch optimierte Märkte zu bauen und deren Anlagen optimal zu betreiben. Automatisierte Prozesse und Digitalisierung identifizieren Abweichungen und geben dem Anlagenbauer ohne Zeitverlust Handlungsempfehlungen, um Betriebskosten dauerhaft zu senken. Hier unterstützen Eckelmann Verbundsteuerungen und effiziente, vom Handel viel gelobte WRG-Steuerungen.
Der Weg zum energieeffizienten Supermarkt führt über die ideale Nutzung vorhandener Energie, die ohnedies vor Ort ist: beispielsweise durch Wärmerückgewinnung, die Abwärme von Kühlanlagen zum Heizen des Marktes bereitstellt.
*Studie des Kölner EHI Retail Instituts